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Sarah-Maria Thumbeck Frank Domahs

STRATEGIE

Strategiebasierte Therapie von Textverständnisstörungen bei Aphasie

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Sarah-Maria Thumbeck Frank Domahs

STRATEGIE

Strategiebasierte Therapie von Textverständnisstörungen bei Aphasie

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Sarah-Maria Thumbeck Frank Domahs STRATEGIE Strategiebasierte Therapie von Textverständnisstörungen bei Aphasie ISBN Printfassung: 978-3-949637-02-5 ISBN eBuch: 978-3-949637-03-2 Copyright  2026 by NAT-Verlag Hofheim

Dieser Band ist urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung, gleichgültig in welcher Form, ist unzulässig, es sei denn, der Verlag gibt seine schriftliche Zustimmung. Der recht mäßige Erwerb des Bandes erlaubt die Nutzung der Arbeitsblätter als Kopiervorlagen zum persönlichen Gebrauch.

Copyright der Texte und Fotos im Textteil: Haben Affen Humor: Wsa/SZ, www.sueddeutsche.de, Wissenschaft Aktuell: Jan Oliver Löfken, Joachim Czichos; Foto: PantherMedia/lifeonwhite Warum der Winterdienst jetzt Gurkenwasser statt Streusalz einsetzt: Solvejg Hofmann, www.geo.de; Foto: PantherMedias/Andriy Popov Kompostierbare Plastiktüten: Warum die meisten Menschen sie völlig falsch verwenden: Peter Carstens, www.geo.de; Foto: PantherMedia/Mircea Moira Forscher erzeugen Strom aus Wassertropfen: Jan Henne, www.geo.de; Foto: PantherMedia / serezniy Archäologen filmen perfekt erhaltenes Wrack aus der Zeit Christoph Kolumbus‘: Peter Carstens, www.geo.de; Foto: PantherMedia / Valerijs Novickis Copyright der Piktogramme in den Therapiemodulen: panthermedia_B43436783_5716x5979

panthermedia_B78084360 stock-vector-144201193-M stock-vector-312762760-M panthermedia_B78084360 PantherMedia / Vertyb PantherMedia / jacartoon Die Fragewort-Piktogramme in MIKRO 1: Quizbuch AB 7.2, S. 13, die Grafik MIKRO 2: FALSCHNACHRICHTEN, S. 18 und die Grafik MAKRO1+2 MIND-MAP + KURZNACHRICHTEN, S. 31 wurden von Michaela Bautz gezeichnet (Copyright NAT-Verlag)

Copyright der Titelfotografie: © PantherMedia / denisismagilov

Vorwort Das vorliegende Therapiekonzept wurde unter dem Namen StraTexT im Promotionsprojekt „Textverständnisstörungen bei Aphasie. Modellgeleitete Diagnostik und strategiebasierte In tervention“ am Graduiertenkolleg Sprachbeherrschung der Universität Erfurt entwickelt und evaluiert. Mein Dank gilt Luisa Scherf und Jula Carlsen für ihr Feedback zum Material aus sprachthera peutischer Sicht sowie Rahel Wacker für zeichnerische Unterstützung in den Vorarbeiten. Wei terhin danke ich den BetreuerInnen meiner Promotionsarbeit, Prof. Dr. Frank Domahs und Prof. Dr. Sophie Chesneau, für ihre unzähligen hilfreichen Ratschläge und für ihre geduldige Unterstützung. Ein riesiges Dankeschön gilt allen Menschen mit Aphasie und allen Sprachthe rapeutInnen, die an der Evaluation von StraTexT beteiligt waren, sowie allen Hilfskräften, die die Vorbereitung, Umsetzung und Auswertung der Therapiestudie unterstützt haben.

Sarah-Maria Thumbeck

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THERAPIEMANUAL

1. Einführung ......................................................................................................................... 1 2. Zielgruppe .........................................................................................................................1 3. Aufbau von STRATEGIE...................................................................................................1 4. Theoretischer Hintergrund ................................................................................................2 4.1 Theoretische Annahmen...............................................................................................2 4.2 Textverständnisstörungen bei Aphasie.........................................................................3 4.3 Diagnostik von Textverständnisstörungen bei Aphasie ................................................4 4.4 Behandlung von Textverständnisstörungen bei Aphasie..............................................5 4.5 Lesestrategien ..............................................................................................................6 4.6 Methodische Aspekte der Materialgestaltung...............................................................6 5. Durchführungshinweise.....................................................................................................7 5.1 Benötigtes Material .......................................................................................................7 5.2 Setting...........................................................................................................................7 5.3 Instruktionen, Hilfestellungen und Feedback................................................................8 5.4 Ablauf der Sitzungen ....................................................................................................8 5.5 Überblick über die Therapieschwerpunkte ...................................................................9 5.6 Auswahl des Therapieschwerpunkts ............................................................................9 5.7 Anwendungsbeispiele ................................................................................................. 10 6. Therapieschwerpunkt Mikrostruktur ................................................................................10 6.1 Strategie MIKRO 1: „Wer schafft die Million?“-Quizbuch............................................10 6.1.1 Hintergrund und Handlungsziel ..........................................................................10 6.1.2 Überblick über die Therapiematerialien in Modul MIKRO 1................................11 6.1.3 Umsetzung mithilfe der Therapiematerialien in Modul MIKRO 1........................12 6.2 Strategie MIKRO 2: Falschnachrichten ......................................................................20 6.2.1 Hintergrund und Handlungsziel ..........................................................................20

6.2.2 Überblick über die Therapiematerialien in Modul MIKRO 2................................20 6.2.3 Umsetzung mithilfe der Therapiematerialien in Modul MIKRO 2........................21 7. Therapieschwerpunkt Makrostruktur ............................................................................... 26 7.1 Überblick über die Therapiematerialien in Modul MAKRO 1+2 (Mind-Map und Kurznachrichten).........................................................................................................27 7.2 MAKRO 1: Mind-Map..................................................................................................28 7.2.1 Hintergrund und Handlungsziel ..........................................................................28 7.2.2 Umsetzung anhand der Therapiematerialien in Modul MAKRO 1+2..................29 7.3 MAKRO 2: Kurznachrichten........................................................................................32 7.3.1 Hintergrund und Handlungsziel ..........................................................................32 7.3.2 Umsetzung anhand der Therapiematerialien in Modul MAKRO 1+2..................32 8. Adaptionsmöglichkeiten für das Gruppensetting.............................................................36 9. Wirksamkeitsnachweis .................................................................................................... 36 10. Praktische Anregungen für die Nutzung von STRATEGIE .............................................39 10.1 Maßnahmen zur Förderung der Autonomie................................................................39 10.2 Maßnahmen zur Förderung der Kompetenz...............................................................40 10.3 Maßnahmen zur Förderung der sozialen Eingebundenheit........................................42 10.4 Maßnahmen zur Förderung positiv-aktivierender Leistungsemotionen und Erfolgserlebnisse ........................................................................................................43 11. Literatur ........................................................................................................................... 45 THERAPIEMODULE Mikro 1: Quizbuch …………………………………………………………………………….. 1 Mikro 2: Falschnachrichten …………………………………………………………………... 18 Makro 1+2: MIND-MAP + Kurznachrichten …………………………..……………………. 31 ANWENDUNGSBEISPIELE Mikro 1+2: Quizbuch + Falschnachrichten ………………………………………….…….. 46 Makro 1+2: MIND-MAP + Kurznachrichten ……………………………………….………. 52

TEXTSAMMLUNG

Piktogramme in den Therapiemodulen

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Information

lesen

unterstreichen

Frage

richtig

falsch

fast richtig

Eigenarbeit

Datum

Dauer

Mind-Map

Hauptthema in Mind-Map schreiben

Assoziationen in Mind-Map schreiben

Achtung

zusammenfassen

eine Strategie anwenden

1. Einführung STRATEGIE ist ein Therapiekonzept zur Behandlung von Textverständnisstörungen bei Apha sie. Es bezieht sich auf schriftliche Texte und beinhaltet strategiebasierte Bausteine, um the oriegestützt und evidenzbasiert an den Ebenen Mikrostruktur und Makrostruktur zu arbeiten. Dabei werden gemeinsam mit dem Patienten 1 ein „Wer schafft die Million?“-Quizbuch, Zei tungsartikel mit Falschnachrichten sowie Kurznachrichten erarbeitet. Das Material wurde im Rahmen des Promotionsprojekts „Textverständnisstörungen bei Aphasie. Modellgeleitete Di agnostik und strategiebasierte Intervention“ am Graduiertenkolleg Sprachbeherrschung der Universität Erfurt entwickelt und evaluiert. 2. Zielgruppe Das Material wurde spezifisch für die Bedürfnisse von Menschen mit Aphasie und Textver ständnisstörungen konzipiert und berücksichtigt mögliche damit einhergehende linguistische und kognitive Beeinträchtigungen. Aufgrund der Komplexität des Materials ist es eher für Men schen mit mittelschweren oder leichten aphasischen Störungsbildern, Restaphasie oder pri mär progredienter Aphasie (PPA) gedacht. Patienten sollten dazu in der Lage sein können, innerhalb einer Sitzung mithilfe des Therapeuten mindestens einen Absatz des ausgewählten Textes zu erarbeiten. Sofern die im Konzept vorgeschlagenen schriftlichen Hausaufgaben um gesetzt werden sollen, sollten dafür ausreichende produktiv-schriftsprachliche Fähigkeiten des Patienten vorliegen. Strategiebasierte Interventionen zur Verbesserung des Textverständnis ses sind auch bei Menschen mit kognitiven Kommunikationsstörungen eine – bisher noch we nig erforschte – Behandlungsmöglichkeit (Watter et al., 2016), sodass das Material möglicher weise auch hier eingesetzt werden kann. Auch Textverständnisstörungen im Rahmen bzw. als Folge von Sprachentwicklungsstörungen könnten mithilfe einer zielgruppenspezifischen An passung des Materials behandelt werden. 3. Aufbau von STRATEGIE STRATEGIE enthält ein Therapiemanual, Therapiemodule mit Arbeitsblättern, Anwendungs beispiele für die Therapiemodule sowie Beispieltexte für die Nutzung im Therapiesetting. Im Therapiemanual finden sich Informationen zum theoretischen Hintergrund, Durchführungs hinweise, Hintergrund und Umsetzungsvorschläge zu den beiden Therapieschwerpunkten,

1 Sofern nicht anders erwähnt, beziehen sich die im generischen Maskulinum genannten Bezeichnun gen für Personengruppen wie Patienten oder Sprachtherapeuten in dieser Arbeit auf Menschen jegli chen Geschlechts.

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Adaptionsmöglichkeiten für das Gruppensetting, eine Zusammenfassung des Wirksamkeits nachweises sowie praktische Anregungen für die Nutzung von STRATEGIE. Die Therapiemodule sollen die unmittelbare Nutzung von STRATEGIE im Therapiesetting er leichtern und Patienten bei der häuslichen Eigenarbeit unterstützen. Sie enthalten für alle The rapieschwerpunkte Kurzanleitungen für Therapeuten und Patienten, Instruktionsvorschläge und Hilfestellungen für Therapeuten, Arbeitsblätter, ergänzende Materialien für die Arbeit im Gruppensetting und eine Übersicht zur Strukturierung der häuslichen Eigenarbeit. Die Anwendungsbeispiele illustrieren die Umsetzung von STRATEGIE anhand eines exemplarischen Textes. Die Textsammlung bietet eine erste Auswahl von Texten, an denen STRATEGIE umgesetzt werden kann.

4. Theoretischer Hintergrund

4.1 Theoretische Annahmen Dieses Material basiert auf Annahmen kognitiver Lesetheorien. Textverständnis wird dabei als Ergebnis einer Interaktion zwischen dem Text und dem Vorwissen des Lesers betrachtet. Das interaktionistische Diskursverarbeitungsmodell von van Dijk und Kintsch (1983) und die Konstruktions-Integrations-Theorie von Kintsch (1988, 2018) dienen als Modelle. Eine vereinfachte Darstellung findet sich in Abbildung (Abb.) 1.

Abbildung 1: Vereinfachte Darstellung der mentalen Textrepräsentationsebenen nach Kintsch (2018)

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Demnach konstruiert ein Leser aus der linguistischen inhaltsunabhängigen Oberflächenstruktur eines Textes die propositionale Textbasis, bestehend aus der Mikro- und der Makrostruktur . Die Mikrostruktur beinhaltet Detailinformationen in Form von Mikropropositionen , aus welchen basierend auf den Makroregeln (Selektion, Generalisierung und Konstruktion) globalere Informationen, die Makropropositionen , abgeleitet werden. Die Textbasis und das Vorwissen des Lesers werden schließlich im Situationsmodell – einer kognitiven Repräsentation im episodischen Gedächtnis – fortlaufend integriert. In der Konstruktions-Integrations-Theorie von Kintsch (1988) wird bereits die Textbasis als eine Art Situationsmodell beschrieben, welches nach einem Integrationsprozess sowohl die linguistische Grundlage des Textes als auch Sprach- und Weltwissen beinhaltet. Für dieses Therapiematerial ist der Begriff der Proposition von besonderer Bedeutung. Propositionen fassen mehrere Wörter zu Ideeneinheiten zusammen und ermöglichen es somit, mit Satzbedeutungen unabhängig von oberflächlichen Strukturen zu arbeiten. Atomare Propositionen sind dabei eine linguistische Einheit aus einem Verbindungselement oder Prädikat und einem oder mehreren Argumenten. Im folgenden Beispiel wird ein Satz mit der entsprechenden atomaren Proposition dargestellt: „Die Dame ist müde.“  [MÜDE, DAME] Komplexe Propositionen , beispielsweise auch ein Satz, sind Netzwerke atomarer Propositionen , die durch das Hauptverb eines Satzes oder andere Beziehungen und Der Zusammenhang zwischen Verben und Argumenten kann auch mithilfe der Valenztheorie beschrieben werden: Demnach schaffen Vollverben und Kopulaverben Leerstellen für bestimmte Satzglieder. Verben weisen ihren Ergänzungen und Angaben unterschiedliche semantische Rollen zu, wie zum Beispiel Agens (Handelnder, Verursacher), Patiens (Betroffener), Rezipient (Empfänger) oder Instrument (Mittel) (Pittner & Berman, 2004). 4.2 Textverständnisstörungen bei Aphasie Plötzlich auftretende neurologische Ereignisse oder aber auch progrediente Verläufe oder leichte kognitive Beeinträchtigungen können zu Einschränkungen im Textverständnis im Rah men von Aphasien oder kognitiven Kommunikationsstörungen führen (Watter et al., 2016). Dabei kommt es zu einer Interaktion aus linguistischen und kognitiven Faktoren (Büttner, 2014; Chesneau & Ska, 2015). Es kann davon ausgegangen werden, dass mindestens 68% der Überschneidungen miteinander verbunden sind (Kintsch, 2018): „Die müde Dame las Zeitung.“  [LESEN, DAME, ZEITUNG] [MÜDE, DAME] „Obwohl die Dame müde war, las sie Zeitung.“  [OBWOHL] [MÜDE, DAME] [LESEN, DAME, ZEITUNG]

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Menschen mit Aphasie auch Einschränkungen im Lesen zeigen (Brookshire et al., 2014). Ver mutlich ist die Prävalenz bei Betrachtung komplexerer Leseprozesse sogar deutlich höher (Webster et al., 2020). Auch ein bis fünf Jahre nach einem Schlaganfall sieht sich fast ein Viertel der Patienten mit Problemen im Bereich des Lesens konfrontiert. Sie geben an, dass ihren diesbezüglichen Bedürfnissen trotz der großen Bedeutung für Beruf, Sozialleben und Unterhaltung nicht (34%) bzw. nur zum Teil (43%) nachgekommen wird (McKevitt et al., 2011). Bei einer Aphasie können alle rezeptiven und produktiven sprachlichen Fähigkeiten in unter schiedlichem Ausmaß beeinträchtigt sein, so auch das Verständnis geschriebener Wörter, Sätze, Absätze oder Texte (Webster et al., 2013; Ziegler, 2015). Es wird vermutet, dass bereits für die Erstellung der propositionalen Textbasis aufgrund der sprachsystematischen Ein schränkungen nur ein lückenhafter lexikalischer und syntaktischer Input bereitsteht. Dement sprechend sollte bei aphasischen Patienten insbesondere die mikrostrukturelle Verarbeitung beeinträchtigt sein, was sich auch auf nachfolgende makrolinguistische Prozesse auswirken kann. Da auf Weltwissen und einem Situationsmodell basierende Top-Down-Prozesse im Ge gensatz dazu weniger betroffen sind, können Hauptinhalte meist besser als Details erinnert werden. Dennoch können Einschränkungen im Verständnis kohäsiver Mittel dazu führen, dass Zusammenhänge nicht korrekt verstanden werden (Büttner, 2014; Hielscher-Fastabend & Jaecks, 2009; Riedel, 2014). Zusammenfassend lassen sich mehrere Komponenten des Le severständnisprozesses auf Textebene schlussfolgern, die bei Menschen mit Aphasie in Zu sammenhang mit Textverständnisschwierigkeiten beeinträchtigt sein können. Dazu gehören im Bereich der kognitiven Fähigkeiten Einschränkungen verschiedener Gedächtnistypen, im „Monitoring“ und in der kognitiven Flexibilität. Es können sich bereits auf Wort- und Satzebene Auffälligkeiten zeigen. Sowohl die Erfassung der Mikro- und der Makrostruktur als auch die Aktualisierung des Situationsmodells können beeinträchtigt sein und die Lesezeit ist typischer weise erhöht (Chesneau et al., 2007; Chesneau & Ska, 2015; Klingenberg, 1997; Meteyard et al., 2015; Webster et al., 2018). Dabei beeinflussen auch Textmerkmale das Verständnis. Bei spielsweise sind für Menschen mit Aphasie Detailinformationen und implizite Informationen, die inferiert werden müssen, schwerer zu verstehen als Hauptinformationen und explizit im Text vorgegebene Informationen (Webster et al., 2018). Auch die Anzahl an Detailinformatio nen in Relation zur Anzahl der Hauptideen kann sich auf das Textverständnis auswirken (Chesneau & Ska, 2015). 4.3 Diagnostik von Textverständnisstörungen bei Aphasie Um den Bedarf sowie die Art einer Intervention abzuschätzen, wird empfohlen, neben Para metern des Textverständnisses auch die Lesegeschwindigkeit und die subjektive Wahrneh mung der Einschränkungen zu erfassen (Webster et al., 2018). Abgesehen von orientierenden Materialien sind bislang kaum deutschsprachige standardisierte Diagnostikverfahren

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vorhanden, die durch eine systematische textstrukturelle Gestaltung eine differenzierte Beur teilung von Verarbeitungsprozessen oder die Bestimmung von Schweregraden einer Störung ermöglichen. Dadurch können kaum Rückschlüsse auf zugrundeliegende Schwierigkeiten und Interventionsmöglichkeiten gezogen werden (Büttner, 2014; W. Huber et al., 2013; Meteyard et al., 2015). Um nicht-aphasische zentrale neurologische Kommunikationsstörungen zu un tersuchen, steht das differenzierte Diskurs- und Textscreening MAKRO (Büttner, 2018) zur Verfügung, das jedoch keine Rückschlüsse auf die Mikrostruktur zulässt. Da Menschen mit Aphasie jedoch besonders auf dieser Repräsentationsebene Schwierigkeiten haben können, sollte auch die Mikrostruktur untersucht werden. Derzeit wird eine deutschsprachige Version der Textverständnisdiagnostik Test de Compréhension de Textes (TCT) (Chesneau, 2012) evaluiert. Mithilfe des TCT werden die Repräsentationsebenen der Mikrostruktur, der Makro struktur und des Situationsmodells überprüft und dabei auch spezifische Textmerkmale (An zahl der Mikropropositionen und die Anforderung, das Situationsmodell zu aktualisieren) be rücksichtigt. Außerdem ist eine deutschsprachige Übersetzung und Adaption des teilhabeori entierten Fragebogens zum Lesen des Comprehensive Assessment of Reading in Aphasia (CARA) (Webster et al., 2020) in Bearbeitung (Thumbeck et al., 2023). Dieser ermöglicht eine Selbsteinschätzung von Lesefähigkeiten und -aktivitäten sowie von Einstellungen zum Lesen. 4.4 Behandlung von Textverständnisstörungen bei Aphasie Methoden zur Behandlung von Textverständnisstörungen bei Aphasie lassen sich kategorisie ren in hierarchisches Lesen, lautes Lesen / Vorlesen, strategiebasierte Interventionen und kognitive Interventionen. Untersuchungen zur Wirksamkeit der unterschiedlichen Behand lungsansätze beruhen größtenteils auf (multiplen) Einzelfallstudien (Purdy et al., 2018; Watter et al., 2016). Gruppenvergleiche wurden lediglich zur Evaluierung von Oral Reading for Lan guage in Aphasia (ORLA) sowie für einen computerbasierten Ansatz mit englischsprachigen hierarchischen Aufgaben zum Lesen durchgeführt (Purdy et al., 2018). Die systematischen Reviews von Purdy et al. (2018) und Watter et al. (2016) geben einen Überblick über bisherige Wirksamkeitsnachweise. Ein abschließender Goldstandard für die Therapie kann jedoch nicht abgeleitet werden. Die häufiger untersuchten Methoden der Kategorie lautes Lesen / Vorlesen, wie z.B. ORLA, sind möglicherweise eher für schwerer betroffene Patienten geeignet, bieten jedoch vermutlich nur unzureichende Möglichkeiten, komplexere Sprach- und Informationsver arbeitungsprozesse spezifisch anzusteuern. Mit strategiebasierten Interventionen können auch kognitive Beeinträchtigungen berücksichtigt werden. Für strategiebasierte Interventionen sind zudem vergleichsweise wenige Einheiten notwendig, sodass sie eine effiziente Möglich keit zur Behandlung von Textverständnisstörungen bei Aphasien und kognitiven Kommunika tionsstörungen darstellen (Purdy et al., 2018; Watter et al., 2016). Lynch et al. (2013) zeigten,

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dass auch Menschen mit einer Aphasie in der Lage sind, Strategien für den Rückgewinn von Lesefähigkeiten einzusetzen.

4.5 Lesestrategien Lesestrategien werden meist systematisch kombiniert (Rosebrock & Nix, 2011) und bezeich nen „mentale Schritte, mit denen man sich einen Text gezielt und bewusst eigenständig erar beitet“ (Rosebrock, 2012, S. 8). So unterstützen sie die lokale und globale Kohärenzbildung (Rosebrock & Nix, 2011) und damit die Repräsentation der Mikro- und Makrostruktur sowie die Erstellung des Situationsmodells. Beispielsweise können wichtige Inhalte selektiert oder zu sammengefasst, Hintergrundwissen eingebracht oder Texte elaboriert werden. Es ist jedoch umstritten, inwiefern Strategien bewusst eingesetzt oder auch automatisiert werden können und wie bestimmte Strategien mit theoriebasierten Prozessen des Textverständnisses zusam menhängen (Macaro, 2006; Schmidt, 2007). 4.6 Methodische Aspekte der Materialgestaltung Es wird angenommen, dass strategiebasierte Interventionen kognitiv verhältnismäßig an spruchsvoll sind (Webster et al., 2013). Zudem wird der Leseprozess von vielfältigen Variablen beeinflusst, unter anderem auch von den Zielsetzungen eines Lesers (Lutjeharms & Schmidt, 2010). Um die Motivation zu steigern und ein konkretes Handlungsziel zu schaffen, wurde die Materialgestaltung produktorientiert ausgerichtet. Produktorientierung wird unter anderem im handlungsorientierten Unterricht eingesetzt, berücksichtigt Annahmen der Motivationspsycho logie und bietet konkrete Handlungsziele (z.B. Poster, Zeitschriften, Videos, Ausstellungen), um Arbeitsschritte zu strukturieren (Gudjons, 2014). Insbesondere für Menschen mit Aphasie bietet sich dies an, da Handlungsschritte somit nicht nur sprachlich mit abstrakten Theorien erklärt werden können, sondern zusätzlich im Hinblick auf das angestrebte Endprodukt schlüs sig sind. Möglicherweise können sprachsystematisch bedingte Schwierigkeiten bei der Um setzung komplexer Anweisungen auf diese Weise mit Weltwissen kompensiert werden. Im Rahmen der strategiebasierten Intervention STRATEGIE erstellen die Patienten deshalb ein „Wer schafft die Million?“-Quizbuch, eine Zeitung mit Falschnachrichten sowie eine Zeitung mit Kurznachrichten. Das Layout und die Formulierung für die Kurzanleitungen für Patienten sowie für die weiteren Arbeitsblätter wurden entsprechend der Richtlinien der Stroke Association (Herbert et al., 2012) kleinschrittig mit kurzen Sätzen und in möglichst einfachen Worten in einer serifenlosen Schrift gestaltet und durch Piktogramme, farbige Hervorhebungen und Umrandungen unter stützt. Handlungsabfolgen wurden nummeriert.

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Instruktionen, Hilfestellungen und Feedback wurden ebenfalls auf die Bedürfnisse von Men schen mit Aphasie angepasst und werden in den Durchführungshinweisen in Kapitel 5.3 er läutert.

5. Durchführungshinweise

5.1 Benötigtes Material Für eine strategiebasierte Therapie bieten sich unterschiedlichste Sach- und literarische Texte an. Beispielsweise können Zeitungsartikel, Briefe, Rezepte, Kurzgeschichten oder Romane verwendet werden. Da der Leseprozess von subjektiven Faktoren wie beispielsweise dem in dividuellen Interesse an einem Text, der Motivation, der Zielsetzung und dem Weltwissen ei nes Lesers beeinflusst wird (Lutjeharms & Schmidt, 2010), empfiehlt es sich, die Auswahl ge meinsam mit dem Patienten zu treffen. Für das vorliegende Verfahren wird ein Text mit min destens einem Absatz benötigt, der idealerweise eine Überschrift und ein Bild aufweist. Die Wirksamkeit von STRATEGIE wurde mit Artikeln aus Zeitschriften evaluiert. Im Therapiematerial in den Therapiemodulen befinden sich Kurzanleitungen sowohl für den Therapeuten als auch für den Patienten, Instruktionsvorschläge für den Therapeuten, sowie Arbeitsblätter für das Quiz-Buch, die Zeitung mit Falschnachrichten, die Mind-Map und die Kurznachrichten. Zudem finden Sie ergänzende Anregungen und Materialvorschläge für die Anwendung im Gruppensetting. In den Kopfzeilen der Arbeitsblätter ist gekennzeichnet, wel che der Arbeitsblätter für den Therapeuten bzw. für den Patienten sind. Alle Therapiemateria lien werden in Kapitel 6 und 7 erläutert. Kopieren (Printfassung) oder drucken (eBuch, NAT-Cloud) Sie abhängig vom gewählten The rapieschwerpunkt die Vorlagen aus dem entsprechenden Therapiemodul sowie den für die Therapieeinheit ausgewählten Text. Die Kurzanleitungen und Hilfestellungen können in jeder Sitzung wiederverwendet werden. Lediglich auszufüllende Arbeitsblätter kopieren oder dru cken Sie vor jeder Sitzung erneut. Es empfiehlt sich, für den Patienten einen Schnellhefter / Ordner für die Arbeitsblätter anzulegen. Zudem benötigen Sie Bleistifte, Radiergummi, Buch stabenkärtchen für Hilfestellungen und bei Bedarf eine rutschfeste Schreibunterlage für Pati enten mit einer Hemiparese. 5.2 Setting Das Material wurde für die Arbeit im Einzelsetting mit jeweils 60-minütigen Einheiten und zu sätzlicher 60-minütiger häuslicher Eigenarbeit konzipiert, kann jedoch auch für andere Settings angepasst werden. Das Therapiematerial enthält in jedem Modul ergänzende Arbeitsmateria lien und Vorschläge für die Nutzung im Gruppensetting. Die Anwendung im Gruppensetting

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kann möglicherweise den Leseanlass durch die kommunikative Dimension verstärken (Rose brock & Nix, 2011).

5.3 Instruktionen, Hilfestellungen und Feedback Das Konzept wurde für sprachtherapeutische Fachkräfte erstellt, die über Vorwissen und Er fahrung verfügen. Kurz zusammengefasst orientieren sich Instruktionen, Hilfestellungen und Feedback an Schneider et al. (2014) und Sohlberg et al. (2005): Es erfolgt eine häufige Übungswiederholung an unterschiedlichen Texten, die Instruktionen sind kurz mit einfachen Worten und Beispielen. Alle Übungen werden in kleinen Schritten durchgeführt. Zur Fehlerkor rektur werden hierarchische Hilfestellungen eingesetzt, anstatt Lösungen unmittelbar zu prä sentieren. Dafür werden einerseits in der Sprachtherapie etablierte Methoden vorgeschlagen (z.B. semantische Merkmale, Anlauthilfen oder Anagramme, Vorgabe von Antwortalternati ven). Andererseits werden diese ergänzt durch Hilfestellungen, die sich auf theoretische Mo delle über die Art der Zusammenhänge einzelner Wörter in einem Text berufen. Weiterhin finden sich zahlreiche Vorstellungshilfen, die gegebenenfalls an die individuellen Interessen und Lebensumstände des Patienten angepasst werden können. Formulierungsvorschläge im Therapiematerial können als Anregung betrachtet und bei Bedarf modifiziert werden. Leistun gen des Patienten können differenziert besprochen, in angemessenem Umfang gelobt und Schwierigkeiten durch das Hervorheben erfolgreicher Leistungen relativiert werden (vgl. ebd.). Um den Patienten während der Therapie zu entlasten, wird empfohlen, ihn beim Ausfüllen der Arbeitsblätter in den Therapiemodulen zu unterstützen und das Ausfüllen der Arbeitsblätter zu übernehmen. Die selbständige schriftliche Umsetzung der Aufgaben kann dann auf die ergän zende Eigenarbeit beschränkt werden. 5.4 Ablauf der Sitzungen Erklären Sie dem Patienten zu Beginn der Arbeit mit STRATEGIE, was Lesestrategien sind (s. Kap. 4.5). Für die Therapiesitzungen wird der in Tabelle 1 dargestellte Ablauf vorgeschlagen. Im An schluss an jede Therapieeinheit soll der Patient die Texte zu Hause jeweils 60 Minuten mit denselben Strategien bearbeiten, die während der Sitzung angewendet wurden. Zur Struktu rierung der Eigenarbeit kann das Arbeitsblatt „Eigenarbeit“ (MIKRO 1 / AB 8, MIKRO 2 / AB 6, MAKRO 1+2 / AB 10) verwendet werden.

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Tabelle 1: Ablauf einer 60-minütigen Einheit, Dauer in Minuten Dauer Inhalt 5 Ankommen, Begrüßung, kurzes Gespräch 10 Nachbesprechung der Hausaufgaben 40 Durchführung der strategiebasierten Übungen 5

Kurze Reflektion der Einheit, Vorbesprechung der Hausaufgabe, Verabschiedung

Weiterhin wird empfohlen, die Patienten immer wieder zu ermutigen, die erarbeiteten Lesestra tegien auch im Alltag auszuprobieren und anzuwenden.

5.5 Überblick über die Therapieschwerpunkte STRATEGIE beinhaltet die Therapieschwerpunkte Mikrostruktur und Makrostruktur. Im The rapieschwerpunkt Makrostruktur stehen die Makrostruktur und das Situationsmodell im Vor dergrund. Dieser Therapieschwerpunkt zielt auf das Verständnis der wichtigsten Hauptaussa gen eines Textes und die Verknüpfung dieser globaleren Inhalte mit bestehendem Vorwissen ab. Im Therapieschwerpunkt Mikrostruktur stehen die Mikrostruktur und die Oberflächenstruk tur im Vordergrund. Dieser Therapieschwerpunkt zielt auf das Verständnis von Detailinforma tionen sowie von deren Zusammenhängen ab. In jedem der beiden Therapieschwerpunkte werden je zwei Lesestrategien erarbeitet (s. Tab. 2).

Tabelle 2: Therapieschwerpunkte, Strategien und Produkte Therapie schwerpunkt Strategie

Produkt

 Makro 1: Nutzung von vorstrukturierenden Elementen (advance organizer) und Schlüsselwörtern  Makro 2: Zusammenfassen und mehrfach Lesen  Mikro 1: Fragen und Antworten zum Text formulieren  Mikro 2: Referenzbeziehungen nutzen und Elaboration

Mind-Map

Makrostruktur

Kurznachrichten Quiz „Wer schafft die Million?“ Falschnachrichten

Mikrostruktur

5.6 Auswahl des Therapieschwerpunkts Für die evidenzbasierte Festlegung eines Therapieschwerpunkts wird empfohlen, externe Evi denz, Ihre klinische Expertise und die Präferenzen des Patienten zu berücksichtigen (Beus hausen & Grötzbach, 2011). Mithilfe der deutschsprachigen Version des TCT ist es möglich, einen Störungsschwerpunkt bezüglich der Ebenen Mikrostruktur, Makrostruktur und

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Aktualisierung des Situationsmodells festzustellen und darauf aufbauend den Therapie schwerpunkt zu wählen. Sie können auch Strategien beider Schwerpunkte kombinieren. Wenn Ihr Patient spezifische lesebezogene Aktivitäten und Ziele verfolgt, können Sie dies bei der Entscheidung berücksichtigen. Möglicherweise möchte Ihr Patient zunächst wieder Sicherheit im globaleren Verständnis eines Textes erlangen, was für die Anwendung von Strategien zur Verbesserung des Verständnisses der Makrostruktur spricht. Wenn Ihr Patient jedoch den An spruch hat, Einzelheiten eines Textes wieder besser zu verstehen, bieten sich die Strategien zur Verbesserung des Verständnisses der Mikrostruktur an. Die Strategie MIKRO 2 bietet wei terhin eine Möglichkeit, aufbauend auf der Textrezeption textproduktive Inhalte einzubeziehen. Dies kann beispielsweise besonders für Menschen wichtig sein, die in Ihrem Beruf mit kom plexen Texten sowohl rezeptiv als auch produktiv arbeiten oder gearbeitet haben. 5.7 Anwendungsbeispiele Exemplarisch wurden die beiden Therapieschwerpunkte Mikro 1+2 und Makro 1+2 im Block ANWENDUNGSBEISPIELE durchgeführt. 6. Therapieschwerpunkt Mikrostruktur Die Repräsentation der Mikrostruktur bezeichnet ein propositionales Netzwerk, das alle De tailinformationen – Mikropropositionen – des Textes enthält und die eigentlichen Wörter in Ideen überträgt (Chesneau et al., 2007; Kintsch, 2018). Dabei ist jede Proposition im Netzwerk mit mindestens einer anderen Proposition über ein gemeinsames Argument verbunden, wodurch lokale Kohärenz entsteht (Chesneau, 2012). Das Ziel der folgenden Strategiekombi nation ist die Verbesserung des Verständnisses von Mikropropositionen, also von Detailinfor mationen, sowie deren Verknüpfung. Gleichzeitig werden kognitive Funktionen, die bei Apha sie besonders beeinträchtigt sein können, angesprochen. Die Aufrechterhaltung von Informa tionen wird in der Strategie MIKRO 2 besonders gefordert. Die Hilfestellungen berücksichtigen insbesondere theoretische Konzepte zu semantischen Rollen. Jeder Text wird in einer ersten Sitzung zunächst mit der Strategie MIKRO 1 und in der nächs ten Sitzung mit MIKRO 2 bearbeitet. Die Probanden wenden nach jeder Präsenzsitzung die selben Strategien mindestens eine Stunde zu Hause an und notieren die Bearbeitungsdauer auf MIKRO 1 / AB 8, S. 14, bzw. MIKRO 2 / AB 6, S.29.

6.1 Strategie MIKRO 1: „Wer schafft die Million?“-Quizbuch 6.1.1 Hintergrund und Handlungsziel

Der Patient soll in jedem Satz eine Detailinformation anhand einer Quizfrage erfragen und drei Antwortmöglichkeiten dazu formulieren, eine davon als Umschreibung / Synonym, eine davon

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semantisch relatiert zur korrekten Antwort und eine davon zwar logisch passend zur Frage, aber entsprechend dem Text falsch. Die Erstellung des Quizbuchs ist motiviert durch die Stra tegie, Fragen an einen Text zu stellen, die mithilfe des Textes beantwortet werden können (Neißer, 2009, S. 23). Ziel ist die Fokussierung auf eine Mikroproposition, die durch die Frage- und anschließende Antwortformulierung mit den weiteren Mikropropositionen des Satzes ver knüpft wird und von anderen aktivierten, ähnlichen Konzepten oder Propositionen abgegrenzt werden soll. Vorwissen soll aktiviert werden. Außerdem soll durch die Umformulierung der syntaktischen Struktur beim Erstellen einer Frage die Aufmerksamkeit auf die semantischen Rollen gelenkt werden. 6.1.2 Überblick über die Therapiematerialien in Modul MIKRO 1 Arbeitsblatt Beschreibung Adressat AB 1 (S. 1) Einführung Therapieschwerpunkt Mikrostruktur – Formulierungsvorschlag Therapeutin

Einführung MIKRO 1 (Quizbuch) – Formulierungsvorschlag

Therapeutin

AB 2 (S. 2)

Therapeutin/ Patient Therapeutin/ Patient Therapeutin/ Patient Therapeutin

AB 3 (S. 3)

Kurzanleitung Quizbuch

Jetzt sind Sie dran: exemplarische Umset zung von MIKRO 1 am ersten Satz Quizbuch: Vorlage zur Umsetzung von MIKRO 1 am gesamten Text

AB 4 (S. 4)

AB 5.1-5.5 (S. 5-9)

Kurzanleitung und Hilfestellungen für Therapeuten

AB 6.1-6.2 (S. 10-11)

Hilfestellung für Patienten: Fragepronomen (Wortkärtchen und Piktogramme)

Patient

AB 7.1-7.2 (S. 12-13)

Patient

AB 8 (S. 14) AB 9 (S. 15) AB 10 (S. 16) AB 11 (S. 17)

Protokoll Eigenarbeit

Spielanleitung Einzel- und Gruppensetting Gruppensetting: Antwort-Karten für die Teams

Therapeutin Therapeutin

Gruppensetting: Punktekarten für die Teams Therapeutin

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6.1.3 Umsetzung mithilfe der Therapiematerialien in Modul MIKRO 1

AB 1 (S. 1): Einführung Therapieschwerpunkt Mikrostruktur – Formulierungsvorschlag Führen Sie den Therapieschwerpunkt mithilfe des Formulie rungsvorschlags auf AB 1 ein.

AB 2 (S. 2): Einführung MIKRO 1 (Quizbuch) – Formulierungsvorschlag

Führen Sie Strategie MIKRO 1 (Quizbuch) mithilfe des Formu lierungsvorschlags auf AB 2 ein.

AB 3 (S. 3): Kurzanleitung Quizbuch

Legen Sie die Kurzanleitung vor den Patienten und erläutern Sie die Schritte kurz anhand des Beispiels.

Die Kurzanleitung kann sowohl während der Therapie als auch während der Eigenarbeit als Hilfestellung für die Umsetzung der Schritte genutzt werden.

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AB 4 (S. 4): Jetzt sind Sie dran: exemplarische Umsetzung von MIKRO 1 am ersten Satz Nutzen Sie parallel AB 4 und AB 5.

Decken Sie zunächst alle Schritte außer dem ersten Schritt ab.

Auf AB 4 illustrieren Sie die Schritte für den ersten Satz des ge wählten Textes. Übertragen Sie dafür den ersten Satz vom Text auf AB 4 (im weiteren Verlauf müssen die Original-Sätze aus dem Text nicht auf AB 5 übertragen werden). Erarbeiten Sie dann – exemplarisch für den ersten Satz – jeden Schritt gemein sam mit dem Patienten. Nach jedem Schritt für den ersten Beispielsatz aus dem Text (AB 4) führt der Patient jeweils denselben Schritt für den zweiten Satz aus dem Text (AB 5) aus:

Starten Sie mit einem vom Patienten ausgewählten Text oder einem Text aus der Textsamm lung sowie mit der Kurzanleitung AB 3 (S. 3) und AB 4 (S. 4) und 5 (S. 5-9). 1. Ersten Absatz überfliegen: Der Proband soll den ersten Absatz lesen. Es wird noch nicht der ganze Text gelesen, da sich ansonsten die Motivation für die detaillierte Textarbeit verrin gern könnte. Machen Sie im Text ein Zeichen nach dem ersten Absatz. „Sie können nun den ersten Absatz kurz überfliegen. Nachher werden wir uns den Text detail lierter anschauen. Sie müssen ihn jetzt noch nicht perfekt verstehen.“ Bei erstmaliger Durchführung: Beispiel für Schritte 2 und 3 anhand des ersten Satzes: „Wir müssen uns eine Frage zu jedem Satz überlegen. Wie in einem richtigen Quiz brauchen wir dann drei Antworten für jede Frage. Ich zeige es Ihnen am ersten Satz.“ Unterstreichen Sie ein beliebiges Satzglied im ersten Satz und schreiben Sie eine Frage auf, mit der Sie das Satzglied erfragen. 2. Satzglied unterstreichen: Der Patient soll im nächsten Satz ein beliebiges Satzglied un terstreichen. Nebensätze sollen nicht als ein Satzglied, sondern bezüglich darin enthaltener Satzglieder betrachtet werden.

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Instruktion: „Nun sind Sie dran. Suchen Sie einen Satzteil, nach dem Sie fragen wollen!“ Hilfestellungen:  Der Patient will nur ein Wort statt einem Satzglied unterstreichen: 1. Fragen Sie, ob der Satzteil so schon vollständig ist und was noch dazu gehört. 2. Unterstreichen Sie die zum Satzglied zugehörigen Wörter.  Der Patient will Wörter aus mehr als einem Satzglied unterstreichen: Geben Sie die Satzglieder als Alternativen vor und zeigen Sie darauf: „Wollen Sie lieber „Der Junge“ oder „vor seinem Haus“ unterstreichen?“ 3. Frage stellen: Der Patient soll eine Frage formulieren, mit der das unterstrichene Satzglied erfragt werden kann. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, dasselbe Satzglied zu erfragen. Der Wortlaut des Satzes kann dabei übernommen oder umformuliert werden. Da Funktionswörter wie Fragepronomen für Menschen mit Aphasie schwierig sein können, werden unterschiedli che Möglichkeiten als korrekt akzeptiert, sofern diese im realen Kontext das unterstrichene Wort erfragen (s. Abb. 2).

Der Junge stand vor seinem Haus. Auswahl möglicher Fragen:

 Wo stand der Junge?  Wo war der Junge?  An welchem Ort stand der Junge? Abbildung 2: Unterstreichen eines Satzglieds und mögliche Frageformulierungen, Beispiel

Zeigen Sie auf das unterstrichene Satzglied: „Wie können Sie nun danach fragen? Ich schreibe für Sie mit.“ Schreiben Sie die Frage zum zweiten Satz ins Quizbuch (s. AB 5.1), damit sich der Patient auf die Frageformulierung konzentrieren kann. Hilfestellungen: 1. Vorstellungshilfe: „Stellen Sie sich vor, jemand liest Ihnen vor und Sie haben diesen Satzteil nicht verstanden. Wie können Sie danach fragen? Ich mache es Ihnen vor.“ Decken Sie dann das Satzglied ab, lesen Sie den Satz vor und sagen Sie statt dem unterstrichenen Satzglied „piep“. Fordern Sie den Patienten auf, nun nach dem Satzteil zu fragen. 2. Geben Sie dem Patienten die Karten mit den Frage-Pronomen (s. MIKRO 1 / AB 7.1 oder 7.2, S.12-13) und ergänzen Sie bei Bedarf weitere Fragewörter: „Welches von diesen Wörtern könnte passen?“

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3. Alternativ-Auswahl: Formulieren Sie den Satz schriftlich als Frage und lassen Sie das Fragepronomen am Anfang weg. Geben Sie dem Patienten schriftlich oder mündlich zwei Kärtchen mit Fragepronomen zur Auswahl: „Welches von den beiden Wörtern passt besser?“ 4. Drei Antworten formulieren: Der Patient formuliert eine Umschreibung oder ein Synonym, eine semantisch relatierte sowie eine logisch mögliche, jedoch entsprechend dem Text falsche Antwortmöglichkeit. „Nun müssen wir drei Antworten auf Ihre Frage finden. Wenn jemand nachher das Quiz lösen will, dann soll es ja nicht zu leicht sein. Wir wollen nicht direkt die richtige Lösung verraten. Wir brauchen eine richtige, eine falsche und eine fast richtige Antwort.“ Zeigen Sie dabei auf die 3 Antworttypen in der Kurzanleitung MIKRO 1, AB 3, S. 3. Beispiel: Geben Sie drei Antwortalternativen auf Ihre vorangehend formulierte Frage, wie exemplarisch in Abb. 3 dargestellt. b) Falsch: hinter einer Kuh (logisch möglich, aber falsch) c) Fast richtig: vor seiner Wohnung (semantisch relatiert) Abbildung 3: Formulierung von drei Antwortmöglichkeiten, Beispiel Der Patient soll die Zeilen für die Antwortalternativen a, b und c auf dem Arbeitsblatt in belie biger Reihenfolge ausfüllen. Instruktion für die unterschiedlichen Antwortalternativen: „Was bedeutet der unterstrichene Satzteil?“, „Was könnte man antworten, was aber gar nicht stimmt?“, „Was wäre so ähnlich wie [der unterstrichene Teil], aber nicht ganz das Gleiche?“ Der Junge stand vor seinem Haus. 1. Wo stand der Junge? a) Richtig: vor seinem Wohngebäude (Umschreibung / Synonym)

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Hilfestellungen (s. Tab. 3):

Tabelle 3: Hilfestellungen zur Formulierung der Antwortalternativen Hilfestellung Richtig Logisch, aber falsch

Semantisch relatiert

1. Vorstellungs hilfe

„Stellen Sie sich vor, ich bin ge rade erst nach Deutschland ge zogen und höre dieses Wort zum ersten Mal. Wie könnten Sie es mir erklären?“

„Stellen Sie sich vor, Sie haben diesen Text nie gelesen. Ich frage Sie nun [stellen Sie die Frage]. Was könnten Sie antwor ten, wenn Sie keine Ahnung haben, was in diesem Text steht?“ semantische Katego rie/Oberbegriff, z.B.: „Sie fragen ja nach einem Ort. Welcher Ort fällt Ihnen denn noch ein?“

„Sie wollen dieses Quiz ja besonders schwierig für an dere machen. Das soll jetzt so eine richtig fiese Antwort werden, mit der Sie jeman den austricksen. Der soll dann auf ihre Quizantwort hereinfallen. Sie haben hier ja unterstrichen ‚…‘. Was wäre denn fast das gleiche, aber nicht ganz?“ Katego rie/Oberbegriff, z.B. „‘…‘ ist ja ein Ort / Beruf / Instrument / Obst /…. Was wäre denn so ein ähnlicher Ort / Beruf / Instrument / Obst /…?“ semantische

2. Semantische Relation

Synonym: „Ken nen Sie ein an deres Wort da für?“

3. Anlauthilfe 4. Schriftliches Anagramm

„Mir fällt dafür zum Beispiel ein Wort ein, das mit … beginnt.“ „Ich gebe Ihnen den Rest der Buchstaben. Welches Wort können Sie daraus machen?“ Schriftliche Vorgabe eines Wortes ohne Vokale, der Patient setzt die Vokale ein

5. Vokale

einsetzen

Jeder weitere Satz im Text wird auf die gleiche Weise bearbeitet und die Fragen und Antworten werden in das Quizbuch AB 5.1-5.5 (S. 5-9) geschrieben. Mit jeder richtigen Antwort erhöht sich der Gewinn.

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AB 5.1-5.5 (S. 5-9): Quizbuch: Vorlage zur Umsetzung von MIKRO 1 am gesamten Text AB 5.1-5.5 bieten eine Vorlage für die Quizfragen und die zuge hörigen Antwortmöglichkeiten.

Der Patient erarbeitet mit Ihrer Unterstützung für jeden Satz aus dem Absatz eine Quizfrage und drei Antwort-Optionen. Schrei ben Sie in der Vorlage für den Patienten mit. Sobald ein Absatz fertig bearbeitet wurde, überfliegt der Patient den nächsten Absatz und bearbeitet dann wieder jeden Satz aus dem Absatz.

Für die Eigenarbeit setzt der Patient die Arbeit am Text auf AB 5.1-5.5 zu Hause fort.

AB 6.1-6.2 (S. 10-11): Kurzanleitung und Hilfestellungen für Therapeuten

Die Kurzanleitung für Therapeuten fasst alle Schritte kurz und knapp zusammen. Sie können die Kurzanleitung während der Therapie neben sich liegen lassen und bei Bedarf darauf zu rückgreifen.

Für jeden Schritt sind die Hilfestellungen aus dem Manual zu sammengestellt. Sie können das Blatt mit den Hilfestellungen während der Therapie neben sich liegen lassen und bei Bedarf darauf zurückgreifen.

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AB 7.1-7.2 (S. 12-13): Hilfestellung für Patienten: Fragepronomen (Wortkärtchen und Piktogramme)

AB 7.1-7.2 können als Hilfestellung für die Frageformulierung genutzt werden. Abhängig vom Schweregrad der Aphasie können Sie auf die Wortkarten oder auf die Piktogramm-Variante zurückgreifen. Sie können bei Bedarf weitere Fragepronomen ergänzen.

AB 8 (S. 14): Protokoll Eigenarbeit

Auf diesem AB protokollieren die Patienten ihre Eigenarbeit. Nach jeder Therapieeinheit sollten 60 Minuten Eigenarbeit mit denselben Strategien angestrebt werden, die während der Sit zung angewendet wurden.

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AB 9 (S. 15): Spielanleitung Einzel- und Gruppensetting

Das AB enthält Anregungen für eine spielerische Umsetzung im Einzelsetting sowie für die Anwendung von MIKRO 1 (Quiz buch) im Gruppensetting.

AB 10 (S. 16): Gruppensetting: Antwort-Karten für die Teams

Die Materialien für das Gruppensetting werden auf der Anleitung (AB 9) beschrieben.

AB 11 (S. 17): Gruppensetting: Punktekarten für die Teams

Die Materialien für das Gruppensetting werden auf der Anleitung (AB 9) beschrieben.

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6.2 Strategie MIKRO 2: Falschnachrichten 6.2.1 Hintergrund und Handlungsziel Unter Beibehaltung der Oberflächenstruktur soll der Patient so viele Wörter wie möglich erset zen und dadurch einen neuen kohärenten Text schreiben (s. Abb. 4).

Die Werkstatt repariert in jedem Monat acht Fahrräder, die sie bedürftigen Mitbürgern zur Verfügung stellt.

Dafür muss jede einzelne Mikroproposition verstanden werden und ihre Bedeutung in Relation zu den anderen Mikropropositionen erfasst werden. Satzglied für Satzglied muss die seman tische Rolle zunächst erkannt und dann ersetzt werden durch Wörter mit einer anderen Be deutung, die zu den vorangehend ausgewählten Konzepten passen. MIKRO 2 kann als kog nitive Strategie betrachtet werden und sowohl der Ermittlung von Referenzbeziehungen als auch der Elaboration zugeordnet werden (vgl. Schmidt, 2007). Ähnliche Techniken werden bisher im Fremdsprachenunterricht (vgl. Koppensteiner, 2001) oder als textproduktive Metho den im Literaturunterricht (vgl. Vorst, 2007) angewendet und von Argumenten der Rezeptions ästhetik und des Konstruktivismus gestützt (ebd.). Die Schneiderei flickt jeden Tag vier Hosen, welche sie zahlenden Kunden in Rechnung stellt. Abbildung 4: kohärentes Ersetzen von Mikropropositionen, Beispiel

6.2.2 Überblick über die Therapiematerialien in Modul MIKRO 2 Arbeitsblatt Beschreibung Adressat S. 18 Deckblatt für die Zeitung der Falschnachrichten Patient AB 1 (S. 19) Einführung MIKRO 2 (Falschnach richten) – Formulierungsvorschlag Therapeutin

Therapeutin/ Patient Therapeutin/ Patient Therapeutin

AB 2 (S. 20)

Beispiel

AB 3.1-3.5 (S. 21 25) AB 4.1-4.2 (S. 26 27)

Jetzt sind Sie dran

Kurzanleitung und Hilfestellungen für Therapeuten Kurzanleitung für Patienten

AB 5 (S. 28) AB 6 (S. 29) AB 7 (S. 30)

Patient Patient

Protokoll Eigenarbeit

Anregungen für das Gruppensetting Therapeutin

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6.2.3 Umsetzung mithilfe der Therapiematerialien in Modul MIKRO 2 S. 18: Deckblatt

In MIKRO 2 erarbeiten Sie gemeinsam mit dem Patienten Falschnachrichten. Nutzen Sie das Arbeitsblatt als Deckblatt für die Zeitung der Falschnachrichten im Schnellhefter des Patien ten.

AB 1 (S. 19): Einführung MIKRO 2 (Falschnachrichten) – Formulierungsvorschlag Führen Sie MIKRO 2 mithilfe des Formulierungsvorschlags auf AB 1 ein.

AB 2 (S. 20): Beispiel

Zeigen Sie die Schritte mithilfe des Beispiels.

Erklären und zeigen Sie im 3. Schritt, welche Satzglieder und Wörter ersetzt wurden. Die ausgetauschten Wörter sind jeweils mit derselben Farbe wie die ursprünglichen Wörter gekenn zeichnet, um das Vorgehen zu illustrieren.

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AB 3.1-3.5 (S. 21-25): Jetzt sind Sie dran

Setzen Sie mithilfe von AB 3.1-3.5 gemeinsam mit dem Patienten Schritt für Schritt dasselbe Vorgehen am ausgewählten Text um. Nutzen Sie bei Bedarf das Beispiel auf AB 2 und die Hilfestellungen auf AB 4.1-4.2 zur Unterstützung. Sie können alternativ ohne die Vorlage ar beiten und die Falschnachrichten auf ein Blatt Papier schreiben, ohne den ursprünglichen Text abzuschreiben. 1. Identifikation des Hauptthemas: Der Patient soll ein Thema finden, das im nächsten Schritt ersetzt werden kann. „Wir beginnen mit dem Thema. Was ist das Thema von unserem Text? Das könnte in unserem Beispiel sowas sein wie Fahrräder, Fahrradwerkstätten oder Wohltätigkeitsorganisationen. Welches Wort passt als Hauptthema zu unserem Text?“

Hilfestellungen (s. AB 4.1-4.2): 1. semantische Hilfestellung: Paraphrasieren Sie das Thema. 2. Auswahlalternativen: Geben Sie zwei bis drei Themen zur Auswahl.

2. Ersetzen des Hauptthemas: Der Patient soll ein neues Thema finden, zu dem der Text umgeschrieben wird. Vielfältige Themen sind möglich. Besonders geeignet sind Themen, für die sich der Patient interessiert, und die gleichzeitig eine Ähnlichkeit zum bestehenden Thema haben, sodass die Struktur des Textes weitgehend beibehalten werden kann. „Nun brauchen wir ein neues Thema für den neuen Text. Das neue Thema muss zumindest ein bisschen ähnlich sein. Bei dem Beispieltext könnten wir zum Beispiel statt über Fahrräder auch über Autos, Flugzeuge, Dreiräder oder Ski schreiben. Oder wir suchen uns statt einer

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